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Aus der Kuttenberger Bergordnung: Bergmann mit Schlägel und Eisen

 


Berg- und Hüttenmännisches Leben

Die Abteilung ist in 4 Teile untergliedert:
Arbeit, Haus und Familie, Brauchtum, Glaube.

Den Berg- und Hüttenleuten war stets eine besondere Rolle in der Gesellschaft zuerkannt, die durch Bergordnungen und Bergfreiheiten geregelt war. Aus ihrer Arbeitswelt entwickelten sich vielfältige Standesbräuche, die sich zum Teil bis heute erhalten haben. Nach außen hin zeigen sich diese am deutlichsten in der Tracht.

Bergordnung und Bergfreiheit
Aus dem Gewohnheitsrecht entwickelten sich im späten Mittelalter Bergordnungen und Bergfreiheiten, in denen der technisch-wirtschaftliche Bereich und die rechtlichen persönlichen Verhältnisse des Bergmanns geregelt waren. Während für die Oberpfalz die Bergordnungen der benachbarten Bergbaugebiete Böhmens und Sachsens übernommen wurden, galt für das heutige Niederbayern der Schladminger Bergbrief aus dem Jahr 1408.

Das wichtigste Privileg war die persönliche Freiheit. Der Bergmann durfte sich mit seiner Familie nach Belieben niederlassen oder frei mit seinem Hab und Gut abziehen. 1869 wurde in Bayern das neue Berggesetz eingeführt, das eine einheitliche Regelung für die Bergbehörden in Bayern festsetzte.

Eigene Gerichtsbarkeit
Die Berggerichtsbarkeit ist seit den ersten urkundlich erhaltenen Berggesetzgebungen aus dem 15. Jahrhundert bekannt. Die Berggerichte entschieden über Zivilsachen, niedere Strafsachen und übten die Disziplinargerichtsbarkeit aus. Nach 1809 wurde sie im wesentlichen den Zivilgerichten übertragen.

Gewerken, Gewerkschaften und Lohnarbeiter
Der Eigenlöhnerbetrieb ist die ursprüngliche Unternehmensform. Sie erhielt sich bis ins 19. Jahrhundert. Der Bergmann betrieb die Grube mit Gewinn- und Verlustrisiko. Mit fortschreitendem Untertagebau wurde es jedoch erforderlich, sich zu "Gewerkschaften" mit genossenschaftlichem Charakter zusammenzuschließen, in die dann jeder seine Arbeitskraft und Betriebsmittel einbrachte.

Arbeitszeit und Schichtdauer
In den meisten Bergbaugebieten Bayerns wurde an 6 Tagen gearbeitet. Arbeiten an Sonntagen bedurften einer besonderen Erlaubnis. Im allgemeinen dauerte die Schicht 8 Stunden, mit "Brotstunden" 10 Stunden.

Arbeitslohn
Der Arbeitslohn für Steiger und Schichtmeister wurde in Bergordnungen festgelegt. Für Bergarbeiter traf dies nur selten zu. Das Gedinge, in dem der Lohn nach der geleisteten Arbeit bestimmt wurde, kam schon im 14. Jahrhundert auf.

Knappschaften, Unterstützungsvereine, Standesvertretungen
Die Bergleute schlossen sich zunächst zu Bruderladen zusammen, die ursprünglich religiösen Zwecken dienten. Daraus entwickelten sich Unterstützungsgemeinschaften bei Krankheit, Unfall und Tod. Die Mittel hierzu wurden durch freiwillige Lohnabzüge aufgebracht. Die später gebildeten Knappschaften waren nicht nur Unterstützungsvereine, sondern auch die eigentlichen Interessensvertretungen der Bergleute.
 

Bergknappen in Paradehabit, 1794, Bodenmais

 
 

Bergmann Heinrich Wenzel 1892 in Paradekleidung, Bodenmais

 
 

Berghäckel

 
 

Schachthut