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Hammerherrenschloss
 

Hammerherrenschloss

 


Die Geschichte des Hammerherrenschlosses

Das Hammerherrenschloss Theuern ist heute das Kernstück des Bergbau- und Industriemuseums Ostbayern. Am 25. August 1780 wurde laut Kirchenbuch der Grundstein zu diesem spätbarocken Schloss gelegt. Das bereits 1682 von Johann Georg Portner errichtete "Jägerhaus" wurde in den Neubau integriert.

Eine Familie "von Theuern" läßt sich seit dem Ende des 11. Jahrhunderts (1092) nachweisen, 1482 ist erstmals in einer Quelle von einem Schloss die Rede.

Ein Hammerwerk bestand in Theuern wohl ebenfalls erst Ende des 15. Jahrhunderts, denn an der "Großen Hammereinung" von 1387 war Theuern nicht beteiligt. Anfang des 16. Jahrhunderts erwarb die Familie Portner Hammerwerk und Hofmark, Anfang des 18. Jahrhunderts ging sie an die Familie von Lochner zu Hüttenbach. Das Hammerwerk - ein Betrieb zur Eisenverhüttung und/oder -verarbeitung, lag außerhalb des Schlosskomplexes an der Vils.

Joseph Christian von Lochner (1714-1789) stieg Mitte des 18. Jahrhunderts im Dienst des würzburgischen Fürstbischofs Friedrich Carl von Schönborn zum Hof- und Regierungsrat auf, wurde 1746 würzburgischer Truchseß und 1757 Geheimer Rat. Er ließ ab 1780 das Schloss für seinen Sohn Christian Ferdinand, kurbayerischer Kämmerer und Geheimer Rat zu Würzburg, errichten. Der Bau des Adelssitzes war mit dem enormen Kostenaufwand von 20.000 Gulden verbunden. Er stellte eine große Belastung sowohl für den Hofmarksherrn als auch für die zu Fronleistungen verpflichteten Untertanen dar.

Für die Konstruktion des Hammerherrenschlosses gewann man den kurfürstlichen Baumeister Wolfgang Diller aus Amberg. Bereits in den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts hatte man mehrere Ökonomiegebäude (Viehstallungen und Schuppen) errichtet und erhielt auf diese Weise eine Vierflügelanlage um einen geschlossenen Innenhof. Die Ostfassade des dreigeschossigen Hauptbaus schmückt ein Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel. Im Giebelfeld ist das Ehewappen Lochner-Bibra angebracht. Das wuchtige Hauptportal mit Pilastern und Sprenggiebel stammt - dem Stil nach zu urteilen - vom 1682 errichteten "Jägerhaus". Im Inneren hat sich von der einstigen Raumdekoration neben der Treppe mit reich geschnitztem Geländer ein "Salon" im ersten Obergeschoß mit geschnitzten Rokoko-Türen erhalten.

Der spätbarocke Bau und die Rokoko-Dekors zeigen eine gewisse "Stilverspätung". 1780 - neun Jahre vor der französischen Revolution - wurde im Schlossbau anderenorts die griechische Antike stärker zum Vorbild genommen: mit dem um 1760 entstandenen "Zopfstil". Wie etwa in den Raumfolgen, die Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim (1755-1779) in der Würzburger Residenz ausstatten ließ und die der Bauherr als würzburgischer Geheimer Rat sicherlich kannte.

Mit der schlichten Strenge von Aussenbau und Innenräumen entstand in Theuern aber ein nobles, stimmiges Ensemble.


 

Original-Treppengeländer

 
Tür mit Rokkoko-Schnitzerei
 
Tür mit Rokkoko-Schnitzerei
 

Saal mit Rokkoko-Ofen
 
Saal mit Rokoko-Fayence-Ofen